• Leben auf einem Planeten...

  • der eine stabile Lebensgrundlage bietet,

  • mit einer verzaubernden Natur

  • und jeder Menge Freiheiten,

  • mit weiten Horizonten -

  • für Zielstrebige -

  • und Träumer -

  • auf dem alle willkommen sind!

Copyright 2021 - OTiTO

 

 

 

Die Architekten des Chaos

 

Im Jahre 1807 wird ein Buch mit dem Titel „Versuch über das Bevölkerungsgesetz“ von Thomas Robert Malthus (1766- 1834), eines gefeierten britischen Nationalökonom und Sozialphilosophen veröffentlicht. Seine These beruhte auf der Annahme, dass das Bevölkerungswachstum in geometrischer Reihe ablaufe, während die Nahrungsmittelproduktion lediglich in einer arithmetischen Reihe ansteige. Dies führe in absehbarer Zeit dazu, dass die Nahrungsmittelmenge nicht mehr ausreichen würde um alle Menschen zu ernähren. Die logische Schlussfolgerung: Die Bevölkerung darf nicht mehr im gleichen Maße anwachsen.

 

Seine Ideen in der Zusammenfassung:

 

  • Die Völker wachsen zu schnell

  • Es gibt bald keine Nahrungsmittel mehr

  • Die Fruchtbarkeit der Erde ist begrenzt

  • Begrüßenswert sind Kriege, Hungersnot und Epidemien

 

Seine Forderungen:

 

  • Die „sexuelle Manie“ der Arbeiter und Armen muss eingestellt werden

  • die Löhne der Arbeiter gesenkt werden

  • die Armensteuer und die Armenfürsorge gehören abgeschafft.

 

Als nächster im Bunde kann Charles Darwin (englischer Naturforscher 1809-1882) genannt werden, er schreibt in seiner Autobiografie:

 

Im Oktober 1838 … las ich zu meiner Unterhaltung „Malthus on population“. … dabei kam mir mit einem Mal der Gedanke, dass unter derartigen Umständen günstige Varianten sich erhalten und ungünstige Varianten sich vernichten werden. … Hier hatte ich endlich eine brauchbare Arbeitshypothese gefunden.“

 

Später in einem Brief an Professor William Graham, Professor der Jurisprudenz in Belfast, schreibt er:

 

Wirft man einen Blick auf die Welt in einer nicht sehr entfernten Zukunft, welche endlose Zahl der niederen Rassen wird durch die höheren zivilisierten auf der ganzen Erde beseitigt worden sein.“

 

Seine Theorie in einer Zusammenfassung:

 

  • Nur die Besten, Stärksten und Anpassungsfähigsten überleben. Die „natürliche Auslese“ ist ein Naturgesetz. Dies gilt für Tiere wie für Menschen.

 

Seine Forderungen:

 

  • Es ist nicht richtig Zufluchtsstätten für Schwachsinnige, Krüppel und Kranke zu bauen, Armengesetze zu erlassen oder Impfungen durchzuführen.

     

Der nächste Zeitgenosse in diesem Zusammenhang ist Friedrich Wilhelm Nietzsche (deutscher Philosoph, 1844-1900). Die Kernaussagen seiner Philosophie lassen sich auf folgende Thesen reduzieren:

 

  • Werte, Wertvorstellungen und Tugenden (wie wohlwollender Nächstenliebe) sind blanker Unsinn.

  • Die Welt ist in Wahrheit ohne Sinn, ist Unsinn und nicht zu begreifen.

  • Die Frau ist ein minderwertiges Wesen

  • Positiv anzusehen ist lediglich der „Übermensch“ der sich auszeichnet durch Kraft, Kriegsliebe, Kampfeslust und Wille zur Macht. Der Übermensch liebt die Gewalt und ist physisch und geistig stark. Nietzsche favorisierte „eine Aristokratie der Vornehmen, die das Opfer der Schwachen, der Sklaven getrost annehmen dürfen."

  • Der Krieg ist gut, positiv, begrüßenswert.

  • Bestimmte „Rassen“ sind anderen Rassen überlegen.

 

Friedrich Nietzsche Werk III Seite 428:

 

Das Christentum, aus jüdischer Wurzel und nur verständlich als Gewächs dieses Bodens, stellt die Gegenbewegung gegen jede Moral der Züchtung, der Rasse, der Privilegierten dar – es ist die antiarische Religion par escellence: das Christentum, die Umwertung aller arischen Werte …. das Evangelium der Armen, der Niederen, der Gesamtaufstand alles Niedergetretenen, Elenden, Missratenen, Schlechtweg-gekommenen gegen die 'Rasse' ...“

 

Ein weiterer Kandidat ist Joseph Arthur Graf von Gobineau (1816-1892), ein französischer Diplomat und Schriftsteller. Er verfasste vier Bände unter dem Titel: „Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen“ in denen er die Gleichwertigkeit der verschiedenen Menschenrassen ableugnet. Er verherrlicht den „Ausnahme- oder Übermenschen“ und liefert Argumente für den Rassenfanatismus und die angebliche Überlegenheit der arischen Rasse.

 

Arier: (Meyers Lexikon meint hierzu im Band 1 von 1925) Ein sprachwissenschaftlicher (nicht anthropologischer oder Rassen-) Begriff, unter dem die Teile der indogermanischen oder indoeuropäischen Sprachen zusammengefasst werden, die in Iran und Indien eingewandert sind. Diese Einwanderer nannten sich selbst Arna, d. h. < edel > im Gegensatz zu den dunklen Eingeborenen, den Dasnu. ….

 

Housten Stewart Chamberlain (1855-1927) verkündete in „Die Grundlagen des 19.Jahrhunderts“ die Überlegenheit der „arischen Rasse“ und interpretierte die Geschichte als Geschichte von Rassenkämpfen. Nur die starke Rasse überlebt seiner Meinung nach und besonders schädlich sei die Rassenüberfremdung. Ein Zitat hierzu:

 

Leichte Begabung, oft auch eigentümliche Schönheit, das was die Franzosen un charme troublant nennen, ist Bastarden häufig zu eigen; man kann dies heutzutage in Städten wo, wie in Wien, die verschiedenen Völker sich begegnen, täglich beobachten; zugleich aber kann man auch eine eigentümliche Haltlosigkeit, die geringe Widerstandskraft, den Mangel an Charakter, kurz, die moralische Entartung solcher Menschen wahrnehmen.“

 

Diese weltanschaulich, ideologischen Gedankengebilde wurden von anderen Vertretern wie George Vacher de Lapouge, Madison Grant, Ludwig Gumplowicz, Otto Ammon, Lanz von Liebenfels, Karl Lueger und Georg Ritter von Schönerer stetig weiter geführt.

 

Wir haben es hier mit einer relativ kleinen Gruppe von antisozial ausgerichteten Intellektuellen zu tun, die mit Halbwahrheiten und falschen Informationen fortwährend eine Stimmung von Intoleranz, Hass und Kriegsbegeisterung schürten. So wundert es einen nicht, wie es während des Ausbruchs des 1. Weltkriegs zu dem „Augusterlebnis“ (siehe Meyers Lexikon Band 25 Stichwort 1. Weltkrieg) kommen konnte:

 

Bei allen sofort am Krieg beteiligten Großmächten kam es zu lärmenden Straßendemonstrationen für den Krieg, am stärksten in Deutschland, wo das 'Augusterlebnis' noch lange verklärt wurde.“

 

Der erste Weltkrieg von 1914-18, war ein Zermürbungskrieg der 9,2 Millionen Menschen das Leben kostete. Dieser Krieg brachte die zentralen Monarchien in Europa zu Fall.

 

Vorausgegangen war ein Attentat in Sarajevo am 28. Juni 1914, bei dem der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau ermordet worden waren. Das Attentat wurde von Jugendlichen der pro-serbischen, bosnischen Jugendorganisation Mlada Bosna (Junges Bosnien) durchgeführt. Gavrilo Princips war die treibende Kraft dieser Aktion und wurde zum Vollstrecker des Mordes an Franz Ferdinand und seiner Ehefrau. Princip stand mit Milan Ciganović, einem serbischen Geheimdienstler, der im gleichen Haus wohnte, in Verbindung. Ciganović seinerseits stand mit Major Vojin P. Tankosić in Verbindung, den Princip von seinen erfolglosen Versuchen, als Freiwilliger an den Balkankriegen teilzunehmen, schon kannte. Was Princip nicht wusste, war, dass Ciganović und Tankosić führende Mitglieder der „Schwarzen Hand“ waren. Die Schwarze Hand (Crna ruka, später Ujedinjenje ili Smrt - „Vereinigung oder Tod“) war eine verschworene serbische geheime Loge serbischer Offiziere, der auch einige wenige Kroaten und muslimische Bosniaken angehörten. Ciganović gab den militärisch unerfahrenen Jugendlichen im Belgrader Park Topčider Schießunterricht und übergab ihnen am 27. Mai 1914 vier Pistolen mit Munition und sechs Bomben aus serbischen Armeebeständen. Die Herkunft der Waffen konnte nie restlos geklärt werden, weil viele serbische Milizangehörige solche Waffen besaßen. Zudem erhielten sie Zyankali-Fläschchen, um sich nach dem Attentat zu töten, und etwas Geld für die Reisekosten. Gerüchte machten in Wien die Runde, dass die Freimaurerei hinter dem Anschlag stehen würde.

 

In einem Ultimatum vom 23. Juli 1914 besteht die österreichisch-ungarische Regierung in Wien darauf eine gerichtliche Untersuchung gegen die Teilnehmer des Komplotts vom 28. Juni einzuleiten. Die serbische Regierung lehnte eine Untersuchung durch die k. u. k. Regierung ab und letztendlich erklärte die österreichisch-ungarische Regierung Serbien den Krieg. Begünstigt wurde diese rasche Eskalation durch die Kriegsbegeisterung, die anfangs in den intellektuellen Schichten vieler Ländern vorherrschte, aufgrund der Idee ein Krieg könne die nationalen und sozialen Konflikte, sowie die gegensätzlichen Machtinteressen der verschiedenen "Herrscherhäuser lösen". Ein Trugschluss, der im Resultat der Geschichtsschreibung durch „Herrscherhäuser zerstörenersetzt werden musste.

 

Natürlich sind diese beiden Faktoren, ein Attentat und die „intellektuelle Kriegspropaganda“ nicht die einzigen wirkungsvollen Mittel der Unterdrückung, es waren auch gewisse Maßnahmen auf politischer Ebene dazu nötig und wir finden eine Beschreibung hierzu im Meyers Lexikon von 1925 Band 12 unter Weltkrieg (Vorgeschichte):

 

"Am meisten trug zum Ausbruch des Weltkriegs das System der Geheimdiplomatie bei, das die politische Gesamtlage undurchsichtig machte und eine rasche Aufdeckung von Missverständnissen sowie eine offene Aussprache der verantwortlichen Staatsmänner verhinderte.“

 

So blieb die Regierung auch nicht untätig und hob mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges am 4. August 1914 die gesetzliche Noteneinlösungspflicht der Reichsbank in Metallgeld bzw. Gold auf. Niemand konnte mehr von den Banken verlangen, dass ihm der Gegenwert seiner Banknoten in Metallgeld ausgezahlt werden muss. Außerdem wurden die staatlichen Möglichkeiten zur Schuldenaufnahme und der Vermehrung der Geldmenge bei den Scheidemünzen und Banknoten durch die Aufhebung des Goldankers (= gesetzliche Dritteldeckung der Reichsbanknoten durch Gold) ausgeweitet. Der Plan war eigentlich schon vor Kriegsbeginn insgeheim entstanden und wurde von der sog. „nationalen Begeisterung“ getragen, diese Geldvermehrung durch Kriegsanleihen gegen zu finanzieren, da der Aufmarsch und die Versorgung riesiger Armeen sehr großer Geldmengen bedurfte. Diese Maßnahme kombiniert mit den darauf folgenden Zerstörungen des Krieges bereitete den Weg für die darauf folgende Inflation und legte in dieser Weise fest wer die Zeche zu zahlen haben wird – ihre Bürger.

 

Das 1863 in Barmen gegründete Unternehmen Bayer, erweiterte 1897 seine ursprüngliche Farbenproduktion um eine Pharmazeutische Abteilung und synthetisierte das erste Psychopharmaka, Heroin. Als der Umsatz von 1913 bis 1919 um ein Drittel sank erweiterte Bayer sein Produktpalette und wurde der Hauptlieferant von Giftgas (Chlorgas) für den Kriegseinsatz an der Front.

 

Aber dies war nicht genug, wild entschlossene Psychiater wurden benötigt, denn an der Front gab es Probleme. Die Gesinnung des psychiatrischen Berufsstandes zu diesem Problem bringt Dr. Johannes Bresler in der psychiatrisch-neurologischen Wochenschrift eindeutig zum Ausdruck:

 

Der Weltkrieg war uns heilig und wird uns heilig bleiben bis in alle Ewigkeit. Er war und ist unsere gerechte Sache“

 

Jeder der den Frieden liebte, so urteilten Psychiater damals, war abnormal! Flugs schuf man einen neuen Begriff: den des Kriegsneurotikers. Die Kriegsneurotikerfrage zu lösen war die Bewährungsprobe für die Psychiatrie im ersten Weltkrieg, als sich die „Fluchtreaktionen“ von Soldaten häuften und bei ganzen Einheiten Weinkrämpfe, Zittern am ganzen Körper oder an Gliedmaßen, Erbrechen und andere „kriegshysterische“ Symptome auftraten. Ganze Kompanien wurden „epidemisch“ befallen. Diese sogenannte Kriegsneurose von denen ganze Bataillone „heimgesucht“ wurden, stellten die militärische Führung vor erhebliche Probleme. In der Bevölkerung und der Psychiatrie wurden die Kriegsneurotiker auch als Kriegszitterer bezeichnet, weil das Zittern das zunächst am häufigsten zu beobachtende Symptom war. Statt Kreigsneurose wurden auch Begriffe wie „traumatische Neurose“, „Schreckneurose“, „Granatschock“ und „Kriegshysterie“ benutzt. Eine Abhilfe war dringlich und es wurden verschiedene Verfahren getestet. Schnell und unaufwendig war die Kaufmann-Therapie, bei deren Entwicklung es zwar einige Todesfälle gegeben hatte, aber die Methode war schnell, billig und praktisch.

 

Ausgangspunkt der Kaufmann-Therapie war die These, dass die „Kriegsneurose“ eine biologisch begründete Störung sei – also nicht etwa ein seelisches Schockerlebnis, sondern aus einer biologisch-chemischen Fehlfunktion herrührt. Wer also unter einer seelischen Störung infolge des Krieges litt, bei dem wurde kurzerhand eine „konstitutionelle, psychopathische Minderwertigkeit“ diagnostiziert zu deutsch: „Er war erblich bedingt zu schwach um die Schönheit des Krieges zu ertragen“

 

Der Erfinder, Stabsarzt der Nervenstation des Reservelazarettes Ludwigshafen Fritz Kaufmann, fasste das von Ihm entwickelte Verfahren wie folgt zusammen:

 

Aus der Alltagserfahrung wissen wir, dass die durch einen psychischen Schock aus dem Gleise gebrachte Innervation (Reizweiterleitung durch Nerven) sehr häufig durch einen erneuten psychischen Schock wieder in die richtigen Bahnen zurückgebracht wird. Wir sind nun imstande bei den Kranken.... einen solchen Schock durch Bearbeiten mit einem kräftigen elektrischen Strom künstlich herbeizuführen und denselben unter Zuhilfenahme entsprechender Wortsuggestionen in Befehlsform zur Heilung zu verwenden. Unser Vorgehen setzt sich aus vier Komponenten zusammen:

 

  1. Suggestiver Vorbereitung.

  2. Anwendung kräftiger Wechselströme unter Zuhilfenahme von reichlicher Wortsuggestion.

  3. Strengem Innehalten der militärischen Formen (…) und Erteilen der Suggestion in Befehlsform.

  4. Unbeirrbar konsequenter Erzwingung der Heilung in einer Sitzung“

 

Das also war die Kaufmann These: Ein Schock wird am besten mit einem Schock behandelt. „Kriegsneurotiker“ waren in den Augen der Psychiater nichts anderes als „Simulanten“ und „psychopathische Persönlichkeiten“, denen buchstäblich „auf die Sprünge geholfen“ und damit an die Front verholfen werden sollte. Der Psychiatrie war es damit gelungen, eine „Therapie“ zu schaffen, die pseudowissenschaftlich „Heilung“ versprach – aber in Wirklichkeit nichts anderes war als Disziplinierung. Eine Errungenschaft mit der sich der Krieg auf 4 Jahre ausdehnen und die Zerstörung sich maximieren ließ.

 

Wir sehen hier wie mit relativ geringen Mitteln auf verschiedenen Ebenen ein Krieg ausgelöst werden konnte, der über 9 Millionen Menschen das Leben kostete, ein ganzes Volk in Not und Armut stürzte und zugleich die zentralen Monarchien in Europa zu Fall brachte.

 

Das Deutsche Reich verlor den Krieg, musste also Reparationen zahlen. Zunächst wurde im Versailler Vertrag festgelegt, dass Deutschland 20 Milliarden Goldmark bis April 1921 zahlen sollte, darauf folgten wiederholte Forderungen der Alliierten von 269 Milliarden Goldmark. Deutschland versuchte zunächst sich diesen unrealistischen Forderungen zu widersetzten und reagierte dann, wie erwartet, mit dem Drucken zusätzlichen Papiergeldes. Was eine galoppierenden Inflation in Gang setzte. Durch den „Ruhrkampf“ eskalierte die Inflation zu einer Hyperinflation.

 

Zur Übersicht über den Verfall des Wertes der deutschen Währung eine Tabelle:

 

Jeweilige Verzehnfachung des Dollarkurses seit Kriegsausbruch

1 Goldmark = Papiermark (nominal)

Datum

Dollarkurs in Mark

Zeitraum

1

Juli 1914

4,20

k. W.

10

Januar 1920

41,98

5 1/2 Jahre

100

3. Juli 1922

420,00

2 1/2 Jahre

1.000

21. Oktober 1922

4.430,00

108 Tage

10.000

31. Januar 1923

49.000,00

101 Tage

100.000

24. Juli 1923

414.000,00

174 Tage

1.000.000

8. August 1923

4.860.000,00

13 Tage

10.000.000

7. September 1923

53.000.000,00

30 Tage

100.000.000

3. Oktober 1923

440.000.000,00

26 Tage

1.000.000.000

11. Oktober 1923

5.060.000.000,00

8 Tage

10.000.000.000

22. Oktober 1923

40.000.000.000,00

11 Tage

100.000.000.000

3. November 1923

420.000.000.000,00

11 Tage

1.000.000.000.000

20. November 1923

4.200.000.000.000,00

16 Tage

 

Die Hyperinflation sorgte für einen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit stieg, die Löhne fielen ins Bodenlose.

 

Mit der Hinnahme der inflationären Geldentwertung konnten die ökonomischen und sozialen Lasten des verlorenen Krieges auf die Masse der abhängig Beschäftigten und die reinen Geldvermögensbesitzer – den kleinen Mann - abgeschoben werden. Ein wesentlicher Teil der Mittelschichten – gewohnt ihr Leben ohne Hilfe des Staates zu gestalten, ja Feinde des Sozialstaatesfand sich in Armut wieder. Ihre finanziellen Rücklagen schmolzen in der Inflation bis auf kümmerliche Reste dahin.

 

Hiermit wurden nahezu „ideale“ Bedingungen für gewisse ausländische Investoren geschaffen, billige und willige Arbeitskräfte und eine zerstörte Währung, die zunächst von einer schwachen Währung abgelöst wurde. Nach dem Muster der amerikanischen Kartelle, war es an der Zeit auch das Schlüsselland Deutschland mit diesem Konzept zu beglücken. Das Grundkonzept von Kartellen beinhaltet die Glanzidee, mit der konkurrenzlose Monopole geschaffen werden können. Die meisten Menschen wissen nicht, dass hinter der I.G. Farben eine gewaltige Wirtschaftsmacht stand: nämlich die amerikanische Wall Street. Die Geschichte der I.G. Farben begann im Jahre 1924, als der amerikanische Banker Charles Dawes (Dawes Plan) eine Summe von ausländischen Krediten von insgesamt 800 Millionen Dollar bereitstellte, um gigantische Unternehmen der Chemie- und Stahlindustrie zu Kartellen zu vereinigen, eines von ihnen sollte die I.G. Farben werden. Viele Firmen konnten angesichts der schlechten Lage günstig übernommen werden, darunter auch die zuvor erwähnte Firma Bayer (der Lieferant von Chlorgas im 1. Weltkrieg), um ein entscheidendes Monopol für den nächsten Krieg aufzubauen.

 

Einige Jahre später wurde ein ähnliches Prinzip, um „günstige Investitionsbedingungen“ zu schaffen, auf Amerika angewandt, aber nicht mit den Mitteln der klassischen Kriegsführung, sondern durch einen von der FED verursachten Finanzkrieg an der Wallstreet – die Weltwirtschaftskrise. Man erzählt, dass John D. Rockefeller sich kurz vor dem Crash entschied, seine gesamten Aktien zu liquidieren, somit gehörte er damit zu den wenigen großen Gewinnern.

 

Als Folge der Weltwirtschaftskrise fand ein „Paradigmenwechsel“ in der Volkswirtschaftslehre statt. Die bisher geltende klassische Wirtschaftstheorie wurde weitgehend vom Keynesianismus und dessen unterschiedlichen Varianten abgelöst. Dieser forderte stärkere staatliche Eingriffe, stellte die Nachfrage in den Vordergrund und führte im weiteren Verlauf der Weltwirtschaft dazu, dass sich nahezu jedes Land auf dieser Erde in eine hohe Staatsverschuldung treiben ließ. Damit wurde ideologisch der Grundstein für die heutigen Krisen gelegt.

 

In seinem 1963 erschienen Hauptwerk, „A Monetary History of the United States, 1867–1960“ beschrieb Milton Friedman (Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 1976) die großen Auswirkungen der Geldmengenänderung auf Konjunkturzyklen und bestritt damit die keynesianische Erklärung der Weltwirtschaftskrise. Diese ist nach Friedman nicht auf die Instabilität des privaten Sektors, sondern auf die Geldmengenreduktion des Federal Reserve Systems zurückzuführen. Konkret, auch die kleinen Leute in Amerika wurden um ihr Vermögen gebracht. Die Weltwirtschaftskrise fiel in verschiedener, nicht nur monetärer Hinsicht zu Gunsten der Drahtzieher dieser Krise aus.

 

Kommen wir zurück zu einem Aspekt unserer ursprünglichen Frage. Wie war eine Katastrophe dieses Ausmaßes möglich?

 

Betrachten wir zunächst die Quantität anhand der Zahlen. Wir haben eine Erhöhung der Opferzahlen von 9 Millionen aus dem ersten Weltkrieg auf über 109 Millionen im zweiten Weltkrieg. Nun der 2. Weltkrieg konnte 2 Jahre länger aufrecht erhalten werden als der 1. Weltkrieg aber rein mechanistisch betrachtet lässt sich dieses vergrößerte Zerstörungspotential durch fortschrittlichere Waffentechnologien (mit Fahrzeugen, Panzern, Schiffen, U-Booten, Raketen usw.) erklären, die im 2. Weltkrieg zur Anwendung kamen. Da wir uns auf Planeten Erde befinden hängen alle diese Technologien von Verbrennung ab und dafür brauchen wir Munition und vor allen Dingen Treibstoff.

 

Das Deutsche Reich verfügte aber über keine eigenen Ölvorkommen. Das war einer der Hauptgründe für seine Niederlage im ersten Weltkrieg. Aus der Sicht der Architekten des 2. Weltkrieges befand sich das Deutsch Reich als eine Kriegspartei im Nachteil. Es bedurfte einer Lösung, sodass der Krieg im Falle eines Ölboykotts nicht ein jähes Ende finden würde.

 

Der Prozess der Ölgewinnung aus Kohle wurde 1909 von einem deutschen Wissenschaftler entdeckt. Deutschland besaß große Reserven an Kohle, aber dieses Verfahren war während des 1. Weltkrieges noch nicht ausgereift. Im August 1927 beteiligte sich die Standard Oil an einem gemeinsamen Programm zur Erforschung und Entwicklung des Hydrierungsverfahrens, um das Öl aus Kohle zu raffinieren, welches das Deutsche Reich für den Krieg benötigte. Für diesen Zweck wurde zuvor der Industriezusammenschluss der I.G. Farben gegründet. Die I.G. Farben erhielt weitere Unterstützung aus den USA, als 1928 die deutschen Niederlassungen von Henry Ford mit jenen der I.G. Farben fusionierten. Am 09. November 1929 unterzeichneten die Standard Oil (Rockefeller Firma) und I.G. Farben schließlich eine Kartellvereinbarung, welche die Nutzungsrechte regelte und festlegte, mit der zwei Ziele verfolgt wurden:

 

Zuerst einmal gewährte die Kartellvereinbarung der Standard Oil die Hälfte aller Rechte auf den Hydrierungsprozess in allen Ländern der Erde, außer Deutschlands.

 

Zweitens vereinbarten die beiden Unternehmen, … im Bereich der Chemie- und Erdölindustrie niemals gegeneinander zu konkurrieren. Wenn die Standard Oil zukünftig in den chemischen oder pharmazeutischen Bereich einsteigen würde, dann nur als Partner der I.G. Farben. Die I.G. Farben erklärte sich wiederum einverstanden, nur zusammen mit der Standard Oil ins Erdölgeschäft einzusteigen.“

 

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde diese Vereinbarung sehr wichtig, denn zu dieser Zeit stellte Deutschland 75% seines Öls selbst her.

 

Es gibt auch noch Hinweise dafür, dass es weitere finanzielle Mittel aus den USA zur Sicherung der Energieversorgung gab. So schrieb der amerikanische Botschafter William Dodd für Deutschland 1936 in sein Tagebuch: „Die Standard Oil von New York hat 10 Millionen Mark investiert, um Ölquellen zu finden und eine große Raffinerie im Hamburger Hafen zu bauen.“

 

Von besonderer Wichtigkeit war die Tatsache, dass alle dazu notwendigen Anlagen von den Alliierten nicht bombardiert werden durften. Es wurde also, während der kriegerischen Auseinandersetzungen im Verlaufe es 2. Weltkriegs seitens der Alliierten, sorgfältig darauf geachtet, dass es zu keiner Zerstörung der deutschen Raffinerien kam. So wundert es einen nicht, das 25 bis 30 Raffinerien am Ende des 2. Weltkrieges noch betriebsfähig waren und der Gesamtschaden sich höchstens auf 15% belief.

 

Im Rahmen der 44. Sitzung des Corona Ausschusses "Die Wurzeln des Übels" wurde die Holocaust Überlebende Vera Sharav von RA Dr. Reiner Füllmich interviewt. Damit stehen ergänzend zu diesem Artikel noch Informationen aus erster Hand auf meinem Telegram Kanal zur Ansicht bzw. alternativ zum Download bereit.

 

 

 

 

f t g