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Eine Nation im Würgegriff der Hölle

 

Wenn man sich als Deutscher auf den Weg macht, um nach dem Paradiese zu suchen und es zu postulieren, dann kann man nicht umhin, sich dem zu stellen, was sich vor nicht allzu langer Zeit in diesem Land zugetragen hat. Nicht mit der Absicht, immer wieder in die gleichen alten Wunden einer Nation zu stechen, sondern diese Situation in einer Weise zu beleuchten, dass zusätzliche Erkenntnisse daraus gezogen werden können, um ähnliche Entwicklungen in der Zukunft schneller zu erkennen. Dann hätte dies für alle Menschen auch einen größeren Nutzen, sich noch einmal damit zu befassen, obwohl diese Erkenntnisse für die Opfer und ihre Täter zu spät kommen.

 

Zu einer Wiedergutmachung der Schuld sind allein finanzielle Entschädigungen für die Opfer des Holocaust nicht ausreichend und können es niemals sein. Wenn man derartiges erlebt hat, dann ist das nicht nur schrecklich für die Zeitspanne in der dies erlebt wurde, nein, es verfolgt einen für den Rest seines Lebens. Das verlorene Glück eines ganzen Lebens lässt sich eben nicht allein mit Geld kompensieren. Wenn ich mich in die Situation eines unserer Opfer versetze, dann kann ich erkennen, obwohl ich es selbst nicht miterlebt habe, dass es wichtig wäre zumindest annähernd zu verstehen, wie all das Geschehen konnte und eine Art Läuterung bei den Tätern zu erleben, sodass sichergestellt wäre das derartig barbarisches nicht auch noch meinen Kindern und Kindeskindern geschehen kann. Wenn diese nachträgliche Verarbeitung zu Einsichten und einer höheren Vernunft führt, die zukünftige Entwicklungen dieser Art in ihrem Keim ersticken würden, dann könnte das zumindest für das weitere Leben unserer Opfer beruhigend wirken und ihnen wieder mehr Sicherheit in Bezug auf ihre Mitmenschen zurückgeben.

 

Wenn wir uns mit dieser Höllenerscheinung befassen, dann müssen wir uns zunächst einmal darüber im klaren sein, dass wir es hier mit einer außerordentlich großen und geballten Bandbreite von fortwährend destruktiven Personen und Gruppen aller Schattierungen zu tun haben. Da haben wir die ausführenden brutalen und sadistischen Schlächter der Tötungsanstalten und KZs selbst, aber auch die intellektuellen Wegbereiter, die nach bestimmten Gesetzen verlangen, weil sie gewisse „wissenschaftliche Thesen“ vertreten, die sie umgesetzt haben wollen. Weiterhin haben wir, die über „jeden Zweifel erhabene Ärzteschaft“ der körperlichen und psychiatrischen T4 Gutachter (T4 wird zunächst die zentrale Verwaltungsstelle in Berlin Tiergartenstraße 4 genannt, den Hauptsitz, der als Gutachter tätigen psychiatrischen „Autoritäten“, welche die Aktion der Euthanasie steuerten. Später wurde die ganze Aktion als T4 bezeichnet.), die durch ein rotes +, die Notwendigkeit der Tötung und ein blaues –, die Erlaubnis weiter leben zu dürfen in ihren Gutachten, zu willkürlichen Richtern über Leben und Tod wurden. Dann haben wir eine Ansammlung menschenverachtender Psychiater, die eine Chance wittern endlich ihre sadistischen sogenannten „wissenschaftlichen Experimente“ an dem „überschüssigen, wertlosen Menschenmaterial“ testen zu dürfen. Wir haben die aufkommende Pharmaindustrie, die sich von diesen neuen „Erkenntnissen“ ihrer psychiatrischen Berufskollegen nährt, die aus ihrem Stamm der Firma Bayer und untergeordneter Firmen, als die IG-Farben (heute wieder BASF) hervorging und im späteren Verlauf der Ereignisse bereitwillig das tödliche Giftgas Zyklon B durch die Tochterfirma Degesch zur Massenvernichtung des „jüdischen Menschenmaterials“ herstellen lässt. (Diese menschenverachtende Ausdrucksweise fließt hier ganz bewusst ein, um die Wertvorstellungen dieser Zeitgenossen zu demonstrieren.) Last but not least haben wir natürlich die weithin bekannte politische Schlüsselfigur Adolf Hitler und seine engen Weggefährten, die all diese geforderten „wissenschaftlichen, sozialökonomischen Probleme und Erkenntnisse“ der Rassenhygiene und Eugenik begeistert aufgenommen haben, mit den „nur allzu vernünftigen Maßnahmen von Sterilisation und Euthanasie“ glaubten eine Antwort gefunden zu haben und zuließen, dass sie in Form von Greueltaten ausgeführt wurden.

 

Die oben aufgeführten Personen und Gruppen stellen nur einen kleinen Querschnitt dessen dar, welche fortwährend destruktiven Charaktere tatsächlich an dieser Katastrophe beteiligt waren. Es sind nicht nur die Schlächter und sadistisch, perversen KZ Aufseher und Exekutoren, die für ihre Opfer vordergründig in Erscheinung getreten sind oder der „eine böse Österreicher“, der die Weichen gestellt hat, an denen sich die Verantwortung für das Ausmaß der Grauens festmachen lässt, wie es der Artikel „Architekten des Grauens“ aufzeigen wird.

 

Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, die zahlenmäßig noch größere Gruppe der antisozialen Unterstützer, die eine Katastrophe in dieser Größenordnung erst ermöglicht haben. Auf die Liste dieser untergeordneten Komplizen kann man auch die Menscheneintreiber und die Fahrer der GEGRAT-Busse, die Mitarbeiter der „gemeinnützigen Krankentransporte GmbH“ (im Handelsregister eingetragen) setzen, deren Aktionen in den Anfängen der Euthanasie auch unter den Namen „Aktion Gnadentod“ und später als „Evakuierung“ oder „die Desinfektion“ bekannt waren. Der Zweck dieser GmbH war es, das „wertlose Menschenmaterial“ von den privaten Pflegeheimen, als auch der Caritas und Inneren Mission in die „professionellen Tötungsanstalten“ zu schaffen. In Polen wurde diese Methode später noch effizienter gestaltet, indem man die Busse selbst in fahrende Gaswagen (reines Kohlenmonoxyd wird aus Stahlflaschen in den mit Menschen gefüllten Kastenaufbau der LKWs geleitet) verwandelte, die nach außen als „Kaisers-Kaffee“ Wagen getarnt waren, um keinen Argwohn zu erwecken. Logischerweise gehört zu dieser Kategorie, der antisozialen Förderer des Regimes, auch das Personal und die Ärzteschaft aller Pflegeheime, welche die „Arbeit“ der T4 Gutachter beschleunigten, indem sie Daten über ihre Patienten in Form von Meldebögen lieferten. Nichtsdestoweniger gehören auch die vielen Förderer und Parteimitglieder der NSDAP, die das Regime aktiv unterstützten, zu dem Personenkreis der antisozialen Unterstützer, um nur einige zu nennen.

 

Wir haben es hier mit einer Katastrophe von unerhörtem Ausmaß zu tun, die sich auf 109 Millionen getötete Menschen beziffern lässt.

 

Den Anfang nahm das Töten im Rahmen des sogenannten „Euthanasie Programms“. Euthanasie heißt wörtlich Sterbehilfe. Bei den durchgeführten „Euthanasie Programmen“ handelt es sich eigentlich um Massentötungen nach folgendem Schema. Tarnorganisationen, wie die „Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten“ suchten nach bestimmten „Krankheitsmerkmalen“ mittels Fragebögen, fahndeten aber auch nach der Arbeitsleistung und der Rassenzugehörigkeit. Die Fragebögen wurden zur „Auswertung“ an die psychiatrischen Gutachter der T4 übergeben, die gut bezahlt für jedes Gutachten, in einer massenhaften Ferndiagnose, mit ihrem roten + und blauen – über Leben und Tod entschieden. Daran angegliederte Tarnorganisationen, wie die „Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft GmbH“, schleusten die auf diese Weise erfassten „Kranken“ und „Minderwertigen“ in Durchgangsanstalten zu den Tötungsanstalten. Die Zahl dieser Euthanasie Opfer bewegt sich um 100.000 bis 200.000 Menschen. Auf dieser Weise entledigte man sich der Häftlinge, der Arbeitsunfähigen und der politisch und rassisch Missliebigen. Unberücksichtigt bleiben dabei allerdings die Opfer aus den zahlreichen psychiatrischen Menschenversuchen mit Unterdruck und Unterkühlung, Fleckfieber Impfstoffen und Sulfonamiden.

 

Nachdem das Euthanasie Programm reibungslos angelaufen war, hatte man die Zuversicht erlangt, das Programm für Rassenhygiene anlaufen lassen zu können. Die systematische Vernichtung der als „semitische Untermenschen“ bezeichneten Juden. Das Nürnberger Tribunal schätzt die Zahl der getöteten Juden auf 5.721.800. 1939 gab es ca. 15 Millionen Juden weltweit, 1945 waren es nur noch 9 Millionen.

 

Im darauf folgenden 2. Weltkrieg selbst fielen 27 Millionen von 110 Millionen Soldaten. Darüber hinaus starben 25 Millionen Zivilpersonen. 3 Millionen Menschen blieben vermisst. Die Sowjetunion verlor allein 20 Millionen, China wenigstens 10 Millionen, Deutschland 4,6 Millionen, weitere 2,5 Millionen durch Flucht, Vertreibung, und Verschleppung, Polen 5,8 Millionen, Japan 2 Millionen, Jugoslawien 1,7 Millionen, Frankreich 600.000, Großbritannien 400.000, die USA 300.000 Menschen.

 

Rein materiell gesehen kam es zu einer Zerstörung von Städten, zu Verwüstungen weiter Landstriche in Ost- und Mitteleuropa und zu Räubereien und Plünderungen in West und Südeuropa.

 

Wie war eine Tragödie dieses Ausmaßes und dieser Grausamkeit überhaupt möglich? Wie konnten antisoziale Personen in eine Position kommen, um ein zerstörerisches Potential dieses Umfangs, mit derartiger Grausamkeit, zu entwickeln?

 

Um diese Frage zu beantworten und an die Wurzel des Problems zu gelangen, müssen wir in die Zeit vor dem Nationalsozialismus zurückreichen. Obwohl die grundlegenden Wurzeln des Problems sehr viel tiefer im Verstand verankert sind, brauchen wir, was den Nationalsozialismus anbelangt, lediglich 125 Jahre zurück zu blenden.

 

Im Rahmen der 44. Sitzung des Corona Ausschusses "Die Wurzeln des Übels" wurde die Holocaust Überlebende Vera Sharav von RA Dr. Reiner Füllmich interviewt. Damit stehen ergänzend zu diesem Artikel noch Informationen aus erster Hand auf meinem Telegram Kanal zur Ansicht bzw. alternativ zum Download bereit.

 

 

 

 

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